Water only (zumindest fast) – die ersten Tage ohne Shampoo

Es ist jetzt genau neun Tage her, da hatte ich keine Lust, mir die Haare zu waschen. Es war Sonntag, wir wollten auf dem Spielplatz die letzten Sonnenstrahlen des Tages nutzen und ich hätte meine Haare waschen und föhnen müssen, sonst friere ich bei diesem Wetter ganz entsetzlich. Aus Interesse und weil ich es noch nie ausprobiert hatte, googelte ich nach Trockenshampoo und stieß auf – no poo (Haare waschen ohne Shampoo mit alternativen Methoden und Produkten)! Ich hatte flüchtig davon gehört, fand es aber für mich zu umständlich und aufwändig und hatte mich nicht weiter damit beschäftigt.

Nun gab es aber diese Variante, von der ich bis dahin noch nichts gehört hatte: Water only, sprich, Haare waschen ausschließlich mit Wasser. Meine weitere Recherche ergab, dass die Haare und vor allem die Kopfhaut eine Umstellungszeit von mehreren Wochen benötigen, bis die Haare nicht mehr aussehen wie mit Butter gebürstet, man dann aber mit den schönsten, gepflegtesten, natürlichsten Haaren belohnt wird, die die Menschheit je gesehen hat.

UND WER WILL DAS NICHT???

Das Problem an der ganzen Geschichte ist nur: Seit über 20 Jahren wasche ich meine Haare jeden Tag. Vielleicht habe ich mal eine Ausnahme gemacht, wenn ich sehr krank war oder irgendwo in der Wildnis übernachtet habe, aber wenn irgend möglich, wurde jeden Tag shamponiert, entfettet, gesäubert. Wenn ich mal nicht die Gelegenheit zum Waschen hatte, fühlte ich mich unwohl, ungepflegt und schlicht nicht gesellschaftsfähig. Aber einfach kann ja jeder!

DIE ERSTEN TAGE 

Am Montag und Dienstag, Tag zwei und drei sozusagen, war ich schon weit aus meiner Komfortzone herausgetreten, eigentlich weiter als jemals zuvor, denn natürlich war ich an beiden Tagen im Büro. Erstaunlicherweise ging das besser, als ich gedacht hätte. Meine Haare waren fettig, aber zusammengebunden ließ sich das wirklich gut aushalten. An Tag vier wurde es erstmals fies. Ich fühlte mich den ganzen Tag unwohl und versuchte es abends erstmals mit Maisstärke als Trockenshampoo.

Ich weiß nicht genau, ob und was ich falsch gemacht habe, in den Anleitungen klang es immer so einfach: einreiben, ein bisschen warten und „saugen lassen“, ausbürsten, fertig! Ich stäubte und wartete und bürstete und bürstete und bürstete und…. sah immer noch aus wie mit frisch gepuderter Perücke. Das Zeug ging einfach nicht heraus, was immer ich auch anstellte. Zuletzt also wieder unter die Dusche – water only versteht sich – und freudig auf ein gepflegt(er)es Äußeres hoffen.

Was soll ich sagen, es wurde ein bisschen besser. Aber überzeugend war das nicht. Also absolut nicht. Nicht nur einmal kam der Gedanke auf, dem Ganzen ein Ende zu bereiten, aber dann wäre alles Leiden bisher umsonst gewesen. Also weiter.

UND JETZT?

Nach fast zehn Tagen kann ich nun sagen, dass ich immer noch durchhalte, neidisch auf alle sauberen Haare blicke, mich mal vor mir selbst ekele und mich dann aber wieder unglaublich lässig finde, weil ich so über den Dingen stehe (ha!). Ich habe noch zweimal Trockenshampoo benutzt, immer noch mit mehr als mäßigem Erfolg.

Morgen tritt dann noch einmal eine Zäsur ein, denn morgen findet ein wichtiges, großes berufliches Spektakel statt, an dem ich mich wohlfühlen MUSS und deshalb keine Experimente oder Unwägbarkeiten zulassen kann. Also werde ich morgen Shampoo benutzen. Jawoll. Das war von Anfang an so geplant und hätte fast dazu geführt, meine Pläne um eben diese zehn Tage zu verschieben, aber es musste eben sofort sein. Ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird, was das für mein Experiment bedeutet und wie es danach weitergehen wird!

Ich werde auf jeden Fall berichten, wie sich alles entwickelt!

 

 

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Wer schreibt? Teil 2

WER IST SCHÖN?

Ich bin dann wohl Frau Schön, der Name an sich eine große Herausforderung an mich selbst, denn einen großen Teil der Zeit neige ich eher dazu, mich als alles andere zu betrachten. Ich bin noch Mitte 30 und arbeite wie die meisten Geisteswissenschaftler* in einem ganz anderen Bereich. Studiert habe ich aber Literaturwissenschaften und wenn ich einmal nicht mehr dauernd so furchtbar müde bin, werde ich auch garantiert wieder lesen. Also nicht mehr lesen sondern überhaupt wieder.

Zusammen mit dem Herrn Schön und unserer zweieinhalbjährigen Tochter (die hier auf dem Blog dringend noch einen Namen braucht, denn einer solchen Persönlichkeit werde ich mit „das Kind“ nicht gerecht) lebe ich in einer der größeren Städte Deutschlands. Momentan leben wir in einer wunderschönen aber absehbar viel zu kleinen Mietwohnung, sind aber seit Anfang des Jahres auf der Suche nach einem Haus, worüber ich hier sicher auch noch berichten werde. Wir haben einen tollen Garten, vielleicht 20 Minuten zu Fuß entfernt und keine Haustiere. Momentan oder generell, ich kann gar nicht sagen, wie sich das mal entwickeln wird. Unsere Tochter geht seit kurz nach ihrem ersten Geburtstag in die Kita und Herr Schön und ich arbeiten beide Teilzeit.

Wir mögen uns und gute Musik. Essen. Serien auf Netflix. Draußen sein. Toben. Kuscheln. Laut und schief singen. Schwimmen (vor allem das Tochterkind und ich). Sommer. Toleranz. Schokolade. Schweden. Kaffee!………………….

*[Gerade ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht weiß, wie ich die Genderfrage hier auf dem Blog halten möchte. Geschrieben habe ich Geisteswissenschaftler, meinte GeisteswissenschaftlerInnen und hatte dann Sorge, wenn ich das so schreiben würde, der Studienrichtung eine typisch weibliche Komponente anzudichten. Ich muss darüber noch nachdenken, werde mich aber garantiert noch dazu äußern.]

Wer schreibt? Teil 1

Wenn ich auf ein Blog stoße, dass ich bisher nicht kannte – durch Blogrolls, einen verlinkten Artikel bei Twitter oder in anderen Blogs, persönliche Empfehlungen oder wasauchimmer – suche ich als allererstes die „Über“-Seite. Vorher kann ich gar nicht anfangen zu lesen, wie sehr mich auch der jeweilige Artikel interessiert. Daher war klar, bevor es hier auf meinem Blog richtig losgeht, möchte ich mich gern vorstellen.

Meinem Perfektionismus und den eingerosteten Schreibfingern ist es also geschuldet, dass, obwohl mein Hirn übersprudelt von Gedanken und Ideen, über die ich schreiben möchte, hier schon wieder tagelang nichts passiert ist. Dabei habe ich mich schon – und darauf bin ich wirklich, wirklich stolz – an meine eigene Auflage gehalten, erst ein wenig zu schreiben und „wieder rein zu kommen“, bevor ich mich um Dinge wie Design, Schrift, Aufteilung, Unterseiten, etc. kümmere, sonst wäre es wahrscheinlich niemals losgegangen.

WARUM „OH, SCHÖN“?

2016 war ein fieses Jahr. Ich werde sicher noch an der einen oder anderen Stelle erzählen, warum, und was alles so passiert ist, aber ich kann diesmal wirklich aus tiefstem Herzen sagen: Ich bin froh, wenn dieses Jahr vorbei ist! (Weil ja im neuen Jahr alles wieder auf Null gesetzt wird und so eine Datumsgrenze wirklich großen Einfluss auf die Geschicke und Gefüge der Menschen und insbesondere MICH hat. Is klar, ne?)

Gleichzeitig war aber das sich nun langsam dem Ende zuneigende Jahr eines der schönsten, das ich jemals erlebt habe. Unsere kleine Familie bringt mir mehr Freude und Glück, als ich es mir jemals hätte vorstellen können und neben aller Erschöpfung, allem Stress, aller Vereinbarkeitsproblematik ist sie das beste und schönste, was es in meinem Leben und meiner Welt gibt.

So ist es also mit den zwei Seiten aller Dinge und Medaillen und da ich leider ein besonderes Talent dazu besitze, den einen negativen Punkt in jedem Zusammenhang zu finden, wird zumindest (hoffentlich) mein Blogtitel mich daran erinnern, dass es vielleicht auch manchmal anders geht. Bisschen viel Konjunktiv noch? Ich übe…..

Wer ich bin und was ich so mache, werde ich demnächst berichten!

Ein Anfang

Genauer gesagt, ein Neuanfang. Denn ein Blog hatte ich schon einmal. Es liegt viele Jahre zurück und ich habe lange, lange überlegt, ob und wie ich wieder anfange.

Das Bloggen hat mir viel bedeutet damals, es gab nur einen immer größer werdenden Wermutstropfen: Obwohl ich nicht unter Klarnamen schrieb, kannten viel zu viele Personen aus meinem Umfeld meine Texte. Bald konnte ich nicht mehr unbefangen drauflosschreiben, denn ich hatte immer im Hinterkopf, wer wohl wie reagieren würde, wem ich auf die Füße treten könnte, und dann gab es immer die Sorge dass mein Arbeitgeber auf mein Blog stoßen könnte, denn ich verbrachte seinerzeit viele unglückliche Tage in einem eigentlich tollen Job und hatte natürlich auch darüber immer viel zu sagen und zu schreiben.

Auch deshalb möchte ich diesen Neuanfang weitestgehend anonym halten. Ich möchte frei schreiben können und mir keine Gedanken über Filter und Fettnäpfchen (zumindest in meinem privaten Umfeld) machen müssen. Und ich möchte meine Familie schützen, ihre Privatsphäre wahren und es meiner Tochter ersparen, dass irgendwann in ferner Zukunft einmal private Details über ihr Leben auftauchen, die sie selbst nicht weitergegeben hat und hätte.

Nehme ich mich damit zu wichtig? Möglicherweise. Aber das sind die Gedanken, die ich mir gemacht habe und die essentiell die Richtung vorgeben, aus der dieses Blog gestartet wird.

Und jetzt: Auf los geht’s los!